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Von: Olav Hagemann
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Date: 22 Mar 2005
Time: 08:25:59
Das Thema Therapie wollte ich noch einmal aufgreifen. Bei einer Gentherapie wird das kranke Gen repariert (das müßte bei einer Achromatopsie prinzipiell möglich sein oder werden) und in den Körper eingebracht. Da besteht schon das erste Problem: Es ist nicht möglich, nachträglich Zellen in die Netzhaut einzupflanzen. Anders ist das bei einigen Enzymen oder Hormonen. Diese produzieren dann das gewünschte Enzym oder Hormon und stellen es über die Blutbahn dem Körper zur Verfügung. Die Netzhaut wird zudem als vorgelagerter Teil des Gehirns angesehen. Sie ist über den Sehnerv unmittelbar mit dem Gehirn verbunden. Eine Netzhauttransplantation birgt immer Risiken (selbst wenn man ein "gesundes" Organ aus "genreparierten" Zellen züchten könnte. Zudem ist zu beachten, daß die Zapfen bei Nicht-Funktion abgebaut werden, wie dies beim Achromaten vorliegt. Zuletzt ist noch die Sinneswahrnehmung im Gehirn zu beachten: Eindrücke, die nicht seit der Kindheit vorhanden sind, konnen später nicht mehr erlernt werden. Untersuchungen z.B. an Tauben, die mit einem Mal durch eine Therapie hören können zeigen, daß diese die Sinneswahrnehmungen nicht richtig verarbeiten können. Oft führen diese für das Gehirn nicht-einzuordnenden Wahrnehmungen eher zu Problemen als daß sie eine Hilfe darstellen.