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Von: Wolfgang Weinberger
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Date: 16 Nov 2005
Time: 00:00:48
Bin gesegnet mit einer natürlichen Abneigung gegenüber Schimmelkäse, aber bin ich damit ausser Gefahr? :-)) Deine Erfahrungen kommen mir bekannt vor. Was vielleicht nochn Problem ist: Wenn der andere (z.B. der Wirt) etwas verwundert über unser Verhalten ist (z.B. Weiterwinken), erahnen wir dies ja nur durch "gesunden" Menschenverstand. Die Erkenntnis, wie tief die Verwunderung beim Gegenüber sitzt, ergiesst sich unserer Wahrnehmung ja nur in den seltenen Fällen, in denen wirklich heftige Reaktionen kommen, was natürlich auch heissen kann, dass man sich eine irritierte Reaktion der Umwelt in vielen Fällen auch einbildet. ;-) Der Achromat (und nicht nur der) lebt also, wenn ichs mal gelinde übertreiben darf, in ständiger Erkenntnisnot, und ist oftmals von dem Wissen abhängig, das er sich grade in die Situation reininterpretiert. Man kommt sich ja vor wie Descartes! :-))) Vielleicht macht ja diese leichte Verwirrung auf beiden Seiten gerade solche Momente besonders wertvoll, wenngleich sie mit hohem Energieaufwand verbunden sind. Vielleicht mal ne Erkenntnis in der gefühlten Erkenntnis: Wenn ein grundlegendes Problem (nicht nur des Achromaten) folgendes ist, dass man sich oft in verschiedenen Situationen schämt oder glaubt, dass man weniger ist, kann, weiss, dann kann man sich vielleicht zwischendurch bewusst werden, dass jede Situation jedem andere Herausforderungen bietet, mit denen dieser dann zu kämpfen hat. (ob diese Situation jetzt in einem lila Hemd zum Anzug, einem zu hoch gehängten Fahrplan oder eisigen Temperaturen mit starkem Schneefall besteht) Wenn man es nur manchmal schafft, sich und die Situation zu betrachten und das Ganze dann weder als bedrohlich noch als lächerlich empfindet, sondern einfach als (interessante) Tatsache hinnimmt. Dann kann es passieren, dass man mit sich völlig im Reinen ist. Und: was will man denn eigentlich mehr? :-) Hört sich übrigens gut an, wie Du an die Sache rangehst! Gruss Wolfgang