Re: Kopfhaltung beim Sehen

Von: Barbara Käsmann
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Date: 22 Nov 2004
Time: 19:19:49

Kommentar

Hallo, Kopfhaltungen beim genauen Hinschauen gibt es nicht nur bei der Achromatopsie, sondern auch bei anderen angeborenen Sehbehinderungen. Häufig dient eine solche Kopfhaltung, die wie hier in einer Kinnsenkung (Blick nach oben) auftritt, aber auch Seitblicke oder Kinnhebung (Blick nach unten) sein kann, gemacht, um unwillkürklich den Nystagmus zu beruhigen und so gezielt die bestmögliche Sehschärfe in einer visuell anspruchsvollen Situation zu erreichen. Die Veränderung des Nystagmus muss dabei nicht unbedingt von aussen sichtbar zu sein - oft sind die Unterschiede so klein, dass man als Aussenstehender gar keine Nystagmusveränderung sieht, und dennoch empfinden die Kinder diese Augenstellung für höhere Sehleistungen als besser. Was können Sie tun? : So machen lassen und nicht versuchen, dagegen anzugehen! die Kinder suchen sich ganz spontan und unwillkürlich die für sie am besten geeignete Fixationsstelle. Kopfzwangshaltungen, wie auch der Nystagmus selber und eventuelle Schielstellungen können sich bis zum 5. / 6. Lebensjahr noch ändern. Daher macht man nur in Ausnahmefällen früher eine Operation, um die ruhigste Phase des Nystagmus in den Geradeausblick zu verlagern. Wenn im Alter 5 aufwärts die Kopfhaltung noch sehr auffällig ist, und der Betroffene durch sie eine subjektive Verbesserung spürt (im Visus schlägt sich diese subjektiv erlebte Verbesserung oft nicht nieder!), dann kann man überlegen, eine solche Muskelumlagerung durchzuführen, mit der dann die subjektiv beste Physe des Nystagmus in den normalen Geradeausblick zu verlagern. Hierzu, und auch zum Ablauf der Operation, gibt es einige Erfahrungsberichte in dem vor jahren von mir eingerichteten Nystagmusforum, vielleicht mögen Sie da ja mal nachlesen. www.nystagmus.de Sollten Sie weitere fragen hierzu haben - nur zu. Mit freundlichem Gruss, Barbara Käsmann

 

 

 

 

 

 

 

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