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Physiologie des Sehvorganges
für wissenschaftlich Interessierte
Teil 1: Vorgänge in der Disk-Membran
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Rhodopsin-Zyklus:
In der Netzhaut befinden sich die Stäbchen als
Rezeptoren für das Schwarz-Weiß-Sehen. In den
Disk-Membranen dieser Stäbchen befindet sich das
Rhodopsin , daß aus
dem Retinal
(einem Abkömmling des
Vitamin A) und Opsin
besteht. Im unbelichteten Zustand
wird es aufgrund seiner Funktion und Farbe auch
Sehpurpur genannt. (Rhodopsin hat eine rötliche
Farbe). Fällt Licht auf das Rhosopsin-Molekül,
verändert sich die Form des Retinals (von 11-cis-Retinal
zu Trans-Retinal . Das Rhodopsin mit dem
Trans-Retinal ist farblos . Für diese Reaktion wird
nur ein Photon (kleinste mögliche Lichtmenge)
benötigt. Durch das so veränderte Trans-Retinal zerfällt
das Rhodopsin in Opsin
und Retinal .
Der Zerfall des Rhodopsins dauert nur etwa 1 ms,
das "Recycling" des Vitamin A dauert dagegen
wesentlich länger (ca. 30 Minuten). |
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Retinal-Regeneration
(Rhodopsin-Regeneration):
Das Trans-Retinal
wird je nach Bedarf in Trans-Retinol (Vitramin A)
umgewandelt und umgekehrt.
Beide Stoffe stehen somit in einem Gleichgewicht. Eine
Umwandlung zu 11-cis-Retinal erfolgt unter Benötigung
zellulärer Energiespender (ATP) durch ein Enzym, die
Isomerase. Das 11-cis-Retinol
steht wiederum in einem
Gleichgewicht mit 11-cis-Retinal , das zusammen mit
Opsin wieder neuen Sehpurpur (Rhodopsin) bilden kann.
Ein Großteil des benötigten 11-cis-Retinals
entsteht durch "Recycling", es sind jedoch
auch geringe Mengen aus der Nahrung neu zugeführtes
Vitamin A (Retinal) für diesen Recycling-Vorgang
notwendig. |
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Transducin-Zyklus:
Es erfolgt ein erster Verstärkungsschritt: 1
Molekül durch Licht gebleichtes Trans-Retinol kann 500 Moleküle Transducin aktivieren.
Das Transducin
ist ein Signalkopplungsprotein
(=Eiweiß) Diese sogenannten G-Proteine bestehen aus drei
Untereinheiten: der α-, der β- und der
γ-Untereinheit. An der α-Untereinheit ist
Guanosin-Phosphat gebunden, das in einer inaktiven
GDP-(Guanosindiphosphat, di=zwei)
oder in einer aktiven
GTP (Guanosintriphosphat, tri=drei)-Form
vorliegen
kann. Durch Anlagerung das gebleichte Rhodopsin
zerfällt das Transducin in die α-Untereinheit
mit dem Guanosin-Phosphat (siehe unten)
sowie die β-/γ-Untereinheit
. Unter Abspaltung eines Phospatrestes
(also von Tri=Drei-Phosphat zu Di=Zwei-Phosphat) als
Energiequelle kann aus den beiden zerfallenen
Einheiten des Transducin
recycelt werden. Das Guanosin-Diphosphat
wird später
unter Energieaufwand wieder zu einem Triphosphat ,
so daß ein wieder ein intaktes Transducin
entsteht. Der Kreislauf ist somit geschlossen.
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Phosphodiesterase-(PDE)-Zyklus:
Es erfolgt ein zweiter Verstärkungsschritt: 1
Molekül Transducin (α-Untereinheit
mit dem Guanosin-Phosphat) kann widerum mehrere Moleküle
PDE aktivieren.
Die Phosphodiesterase
(PDE) besteht
ebenfalls aus drei Untereinheiten: der α-, der β- und der
γ-Untereinheit. Die
γ-Untereinheit
hat dabei eine inhibitorische (=hemmende) Funktion.
Solange diese Bestandteil des Moleküls ist, ist es
funktionsunfähig. Die α-Untereinheit des
Transducins mit dem Guanosin-Phosphat
ist in der Lage, die
γ-Untereinheit der PDE
abzuspalten und zu binden . Es verbleibt ein aktiviertes PDE-Enzym
bestehend aus der α-, und der β-Untereinheit
.
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Das aktivierte PDE-Enzym
ist in der
Lage, cGMP
zu 5'GMP
umzuwandeln (ein sogenannter
"second messenger"= sekundärer Botenstoff),
der Außenmembran des Stäbchens Wirkung auf
Ionenkanäle zeigt (siehe Physiologie 2) |
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