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Es gibt einige Erkrankungen, die
einer Achromatopsie so ähnlich sein können, so daß es zu Verwechslungen
kommt (sogenannte Differentialdiagnosen). Diese Erkrankungen werden hier
kurz dargestellt:
erworbene Farbenblindheit:
 | Ursache:
 | Hirnverletzung oder ein
Schlaganfall |
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 | Ausschaltung der Farbverarbeitung im Gehirn (Farbagnosie):
 | Der Betroffenen sieht nur noch in Grautönen, kann
sich aber
an Farben erinnern |
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 | es liegt keine Blendungsempfindlichkeit oder eine
geringere Sehschärfe vor, da die Zapfen weiterhin
normal funktionieren. |
Blauzapfenmonochromasie:
 | extrem seltene angeborene Erkrankung ohne Progredienz (=Fortschreiten)
 | Genetik:
 | X-chromosomal |
 | Mutationen in den Rot- und Grün-Opsin-Genen
(OPN1LW, OPN1MW und deren Locus control region) |
 | Symptomatik:
 | verminderte Sehschärfe (=Visus) |
 | Blendungsempfindlichkeit |
 | Farbsinnstörung |
 | selten Augenzittern (=Nystagmus) |
 | klinische Befunde:
 | Normaler Augenhintergrund |
 | funktionelle Untersuchungen:
 | Sehschärfe ca. 20-30%
 | Farbensehen: nur Farben im Blaubereich richtig erkannt
 | Gesichtsfeld: relative Sensitivitätsminderung
 | Elektroretinogramm (ERG):
 | Fehlen der zapfenabhängigen Reizantworten |
 | normale stäbchenabhängige
Reizantworten |
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 | Besonderheiten:
 | Sehverbesserung mit blauen Filtergläsern
 | Konduktorinnen (=gesunde Frauen, die jedoch das kranke Gen
weitergeben könne) zeigen im ERG verlängerte Gipfelzeiten der
zapfenabhängigen Reizantworten
 | In einem Fall ist eine progrediente Makuladystrophie beschrieben
worden |
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okulärer Albinismus:
 | genetisch heterogene (=verschiedenen Ursprungs) Gruppe:
 | autosomal rezessiv |
 | x-chromosomal |
 | Mutationen in verschiedenen Genen des Tyrosinase-Stoffwechsel
(Tyrosinase-Gen, P-Gen),
das für die Pigmentbildung wichtig ist, sowie
weiteren Genen (HPS-Gen, CHS1-Gen, OA1-Gen) |
 | Symptomatik:
 | verminderte Sehschärfe (=Visus) |
 | Augenzittern (= Nystagmus) |
 | teilweise Photophobie (=Lichtscheu) |
 | klinische Befunde:
 | Hypopigmentierung (=Pigmentverminderung) von
Iris und Fundus |
 | Foveahypoplasie |
 | vermehrte Kreuzung der Nervenfasern
im Chiasma opticum |
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 | funktionelle Untersuchungen:
 | eine getrennte
Ableitung des Muster-VEPs ist über beiden Hemisphären möglich (vermehrte Kreuzung der Nervenfasern
im Chiasma opticum) |
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 | Bei Konduktorinnen (=gesunde Frauen, die jedoch das kranke Gen
weitergeben könne) des x-chromosomalen okulären Albinismus besteht
eine fleckige Funduspigmentierung
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kongenitale
(=angeborene)
Farbsinnstörungen:
 | Diese Störungen werden im Volksmund als "Farbenblindheit"
bezeichnet, sind aber von der Symptomatik leicht von der
"echten" Farbenblindheit zu unterscheiden.
 | Einteilung:
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| Sehschwäche |
Fachgbegriff |
Häufigkeit |
| Grünschwäche |
Deuteranomalie |
5% der Männer |
| Grünblindheit |
Deuteranopie |
1% |
| Rotschwäche |
Protanomalie |
1% |
| Rotblindheit |
Protanopie |
1% |
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Blauschwäche |
Tritanomalie |
1% |
| Blaublindheit |
Tritanopie |
0,2% |
| Einfarbensehen |
Monochromasien:
 | Blauzapfen- |
 | Rotzapfen- |
 | Grünzapfen- |
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siehe oben |
 | Genetik:
 | X-chromosomal (alle Deutan- und Protanstörungen):
 | Mutationen und
Rearrangements in den Rot- und Grün-Opsin-Genen (führen zu
Funktionsverlust oder zur Verschiebung der maximalen spektralen
Empfindlichkeit) |
 | Autosomal dominant, variable Expression (Tritanstörung):
 | Mutationen im Blau-Opsin-Gen (OPN1SW-Gen) |
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 | Symptomatik:
 | kongenitale (angeborene) Farbsinnstörung |
 | Klinische Befunde:
 | normaler Augenhintergrund |
 | Funktionelle Untersuchungen:
 | Visus, Gesichtsfeld, ERG und EOG normal
 | Farbensehen: entsprechende spezifische Befunde am Anomaloskop |
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Oligocone-Trichromasie:
 | Häufigkeit: extrem selten
 | Genetik:
 | Genlokalisation ist nicht bekannt |
 | Symptomatik:
 | stationäre (=nicht-fortschreitende) Sehschärfenverminderung
bei gutem Farbensehen
 | Blendempfindlichkeit
 | Nystagmus |
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 | klinische Befunde:
 | Normaler Augenhintergrund |
 | funktionelle Untersuchungen:
 | Sehschärfe: ca. 10%, manchmal besser
 | Farbensehen: normal oder fast normal
 | Gesichtsfeld: relatives zentrales Skotom
 | ERG: zapfenabhängige Reizantworten stark reduziert oder
fehlend, normale stäbchenabhängige Reizantworten
 | EOG: normal |
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 | Besonderheiten:
 | Die Ursache ist möglicherweise eine gestörte
Zapfenentwicklung, wobei nur eine geringe Zahl aller drei
Zapfentypen entsteht |
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