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Susanne Kohl |
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[ Susanne Kohl | Lebenslauf | Publikationen | Stand der Forschung] Wir danken Frau Dr. Susanne Kohl und Herrn Dr. Bernd Wissinger für die Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes speziell für diese Seite. Stand der AchromatopsieforschungDas Molekulargenetische Labor der Universitäts-Augenklinik Tübingen unter der Leitung von Dr. Bernd Wissinger beschäftigt sich seit über 10 Jahren sehr erfolgreich mit der Identifizierung der genetischen Ursachen erblicher Erkrankungen der Netzhaut und des Sehnervs. Einen Schwerpunkt bilden dabei Untersuchungen über Achromatopsie und verwandte Farbsinnesstörungen. Genetik der Achromatopsie Die Achromatopsie (syn. Stäbchenmonochromasie, komplette Farbenblindheit) ist eine seltene erbliche Augenerkrankung. Schätzungen gehen von einer Häufigkeit von 1:30.000 - 1:50.000 aus. Die Achromatopsie wird autosomal rezessiv vererbt, d.h. nur beim Zusammentreffen von väterlicher und mütterlicher Veranlagung kommt es zur Erkrankung. Einfache Anlageträger sind selbst nicht betroffen und auch klinisch unauffällig. Die Achromatopsie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Eine Ausnahme bildet hierbei die Blauzapfenmonochromasie, eine mildere Form der Achromatopsie mit erhaltener Blauzapfenfunktion. Sie wird X-chromosomal rezessiv vererbt und betrifft daher fast ausschließlich Männer. Genetische Ursachen der Achromatopsie Heute kennen wir drei Gene, welche an der Entstehung der autosomal rezessiv erblichen Achromatopsie (Stäbchen-Monochromasie; komplette Farbenblindheit) beteiligt sind:
Molekulare Grundlage der Sehkaskade (Phototransduktion) Nach heutigem Wissensstand bilden je zwei alpha- (CNGA3) und zwei beta- (CNGB3) Untereinheiten zusammen den cGMP-gesteuerten CNG-Kanal in Zapfen-Photorezeptoren. In den Photorezeptoren dient cGMP als Botenstoff. Im Dunkeln hält ein hoher cGMP-Spiegel im Inneren des Photorezeptors die CNG-Kanäle offen für den Einstrom von Natrium und Calzium (Dunkelstrom). Die Absorption von Lichtquanten durch die Sehpigmente aktiviert eine Kaskade, in deren Folge Transducin die retinale Phosphodiesterase aktiviert, welche dann cGMP spaltet und dadurch den cGMP-Spiegel senkt. Dies führt zum Schließen der CNG-Kanäle in der Membran der Photorezeptoren, wodurch die innere Ladung der Zelle weiter sinkt. Diese Spannungsänderung wird an die Synapse des Photorezeptors weitergeleitet und unterdrückt dort die Freisetzung von Botenstoffen. Der Ausfall dieses Mechanismus führt dazu, dass kein Nervenimpuls von den Zapfen-Photorezeptoren zum Sehnerv vermittelt werden kann und somit kein Sehen über die Zapfen-Photorezeptoren möglich ist. Die bis heute bekannten, an der Entstehung von Achromatopsie beteiligten Gene sind somit alle Teil der Sehkaskade. Aktuelle Forschungsprojekte Die aktuellen
Forschungprojekt
gliedern sich im
Wesentlichen in
drei Teile: Bedeutung der
molekulargenetischen
Familienuntersuchungen Diagnostik - Angebot: Das Molekulargenetische Labor der Universitäts-Augenklinik Tübingen unter der Leitung von Dr. Bernd Wissinger ist ein international bekanntes Labor für genetische Diagnostik bei erblichen Erkrankungen der Netzhaut und des Sehnervs. Im Falle der Achromatopsie sind wir weltweit das einzige Labor, welches diese Art der Diagnostik anbietet. Wir untersuchen im Augenblick bei Patienten mit Verdacht auf Achromatopsie und autosomal rezessivem Erbgang ausschließlich das CNGA3- und das CNGB3-Gen. Bei Patienten mit Verdacht auf X-chromosomalen Erbgang kann eine Untersuchung der Rot-/Grün Opsingene zum Ausschluss bzw. zur Bestätigung einer Blauzapfenmonochromasie durchgeführt werden. Nach derzeitigen Wissenstand ermöglicht die molekulargenetische Untersuchung der CNGA3- und CNGB3-Gene einen Mutationsnachweis bei ca. 70% aller Patienten mit Achromatopsie. Die Sicherheit eines positiven Befundes liegt bei >95%. Die molekulargenetische Untersuchung beruht auf dem Nachweis von Veränderungen (Mutationen) im Erbgut (DNA) des Patienten, die für die Erkrankung verantwortlich sind. Die DNA des Patienten wird hierfür aus Vollblut-Proben gewonnen. Die Untersuchungen sind nicht Bestandteil der regulären Krankenversorgung an der Universitäts-Augenklinik Tübingen, sondern werden als Auftragsuntersuchung von wissenschaftlichen Mitarbeitern im Molekulargenetischen Labor durchgeführt. Details zur Kostenübernahme seitens der gesetzlichen und privaten Krankenkassen können wir Ihnen auf Anfrage gerne mitteilen. Jeder molekulargenetischen Untersuchung sollte ein ausführliches humangenetisches Beratungsgespräch an einer entsprechenden Einrichtung (z.B. Fachärzte für Humangenetik, Humangenetische Institute) vorangehen.
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